Genossenschaftliches Wohnen – das ist mehr als ein Korrektiv zum ,freien Spiel‘ der Marktkräfte. Vielen ermöglicht es erst den den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Genossenschaften tragen aber auch zur sozialen Stabilisierung von Nachbarschaften, zur Entwicklung neuer Wohnformen und zu einer ökologischen Stadtentwicklung bei.
In Berlin verfügen Genossenschaften über rund 186.000 Wohnungen. Das sind ca. 10% des gesamten Wohnungsbestandes. Den Bewohner/innen wird ein dauerhaft gesichertes und spekulationsfreies Wohnen zu moderaten Preisen ermöglicht. Gewinne werden nicht abgeschöpft, sondern kommen den Mitgliedern zugute und fließen meist in eine vorbildliche Pflege der Wohnanlagen und den Neubau weiterer Genossenschaftswohnungen. Im Gegensatz zu anderen Wohnungsunternehmen können Genossenschaften auch meist flexibler auf sich verändernde Wohnbedürfnisse reagieren und so viel für den sozialen Zusammenhalt der Kieze tun.
Nachbarschaft entwickeln
Ein Beispiel für die sozialen Aktivitäten von Baugenossenschaften ist die Ideal eG, die mit 1500 Wohnungen auch in Lichtenrade, Marienfelde und Mariendorf zu Hause ist. Die Ideal finanziert und organisiert ein breitgefächertes Angebot aus Nachbarschaftstreffs, Sozialberatung und Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Besonderes Engagement gilt den Talenten von Kindern und Jugendlichen, für die attraktive Projekte ins Leben gerufen wurden. Bei solchen Aktivitäten ist eine starke Vernetzung mit anderen lokalen Akteuren wie Kitas, Schulen, Unternehmen, Vereinen und anderen Genossenschaften besonders wichtig.
Neue Wohnformen in Genossenschaften
Inzwischen ist eine Vielzahl genossenschaftlicher Wohnprojekte für ein buntes Spektrum von Nutzergruppen entstanden. Ein nächster wohnungspolitischer Schritt ist es, stärker als bisher neue Wohnformen in Genossenschaften zu integrieren. Dabei hat sich die Kooperation junger, innovativer Selbsthilfegruppen mit erfahrenen, traditionellen Genossenschaften bewährt. Maßgeschneiderte Lösungen im Sinne genossenschaftlicher Selbstverwaltung können hier entwickelt werden. Die Berliner SPD begrüßt die Gründung und Erweiterung von Wohnungsbaugenossenschaften und will diese bei der Projektentwicklung und Finanzierung noch stärker unterstützen, etwa durch die bevorzugte Bereitstellung von städtischem Bauland an Genossenschaften und Baugruppen.
Ingo Siebert, Bezirksverordneter