Denunziatorische und tendenziöse Doku zum Kunstwettbewerb Leber-Kohlenhandlung wird zurückgewiesen

Veröffentlicht am 15.01.2014 in Pressemitteilung

Die Fraktionen von SPD und GRÜNE in der BVV Tempelhof-Schöneberg weisen die im Dezember 2013 durch das Bezirksamt veröffentlichte Dokumentation zum Wettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum – Kohlenhandlung Julius und Annedore Leber“ als denunziatorisch und tendenziös zurück.

„Die vom Bezirksamt herausgegebene Dokumentation gibt die kontroverse Diskussion im Verlaufe des Wettbewerbsverfahrens nur einseitig wieder und greift die seit 2012 im Schöneberger Arbeitskreis „AK Gedenkort Annedore und Julius Leber“ engagierten Bürger/innen in unerträglichem Maße persönlich an“, erklärt die Vorsitzende des Kulturausschusses der BVV, Melanie Kühnemann (SPD).

„Diese Haltung gipfelt nun darin, dass Aussagen von Bezirksverordneten und eines Mitglieds der Fachpreisjury aus dem Wettbewerbsverfahren sowie aus den Sitzungen des Runden Tisches aus dem Zusammenhang gerissen werden, um diese persönlich zu attackieren“, so die kulturpolitische Sprecherin der grünen Fraktion, Elisabeth Kiderlen.

Bereits im Jahr 2009 hatte die BVV das Bezirksamt aufgefordert, die Parzelle und das Gebäude der ehemaligen Kohlenhandlung von Annedore und Julius Leber in der Torgauer Straße zu „einer Stätte des Erinnerns“ an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu entwickeln. Im vergangenen Jahr beschloss die BVV, den bezirklichen Wettbewerb abzuschließen, den Entwurf von Katharina Karrenberg zu prämieren und den Wettbewerb zu dokumentieren. Angestrebt wird, dem Beschluss entsprechend, die Eröffnung eines auf der Landesebene angesiedelten Gestaltungswettbewerbs für einen Gedenkort Annedore und Julius Leber in Schöneberg.

„Wenngleich der Beitrag von Herrn Favorite über die Gleichsetzung der Entscheidung der BVV gegen die Realisierung des prämierten Wettbewerbsentwurfs mit der Vernichtung der so genannten „entarteten Kunst“ durch das nationalsozialistische Regimes vollständig geschmacklos ist, liegt der politische Skandal darin, dass sein Artikel in der Publikation nicht nur unkommentiert bleibt, sondern im Vorwort der zuständigen Dezernentin, Jutta Kaddatz, als wichtiger Beitrag gegen die „Diskreditierung des Preisgerichts“ und die „Kunstfeindlichkeit aus dem Feld der Politik“ beworben wird“, so Kühnemann weiter.

„Stadträtin Kaddatz muss sich fragen lassen, ob sie ihre Rolle als öffentliche und Beispiel gebende Instanz mit dieser von ihr herausgegebenen Dokumentation vereinbaren kann und ob die darin enthaltenen Verunglimpfungen von ihr beabsichtigt waren“, so Kiderlen.

Für weitere Nachfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Jörn Oltmann
Fraktionsvorsitzender der Fraktion GRÜNE, Tel.: 311 698 610

Jan Rauchfuß
Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion, Tel.: 0178 1451894

 
 

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