Hitzewellen werden in Berlin immer häufiger und intensiver. Dennoch hat der Berliner Senat bereits 2025 im Zuge seiner Sparmaßnahmen beschlossen, den weiteren Ausbau kostenloser Trinkbrunnen zu stoppen. Die SPD-Fraktion kritisiert diese kurzsichtige Sparpolitik und warnt vor den Folgen für Hitzeschutz, Gesundheit und soziale Teilhabe.
Um der Gefährdung durch Hitze konkret zu begegnen, soll deshalb – trotz des Ausbaumoratoriums – die Errichtung eines neuen Trinkbrunnens an der Carl-Zuckmayer-Brücke in Schöneberg forciert werden. Die Initiative zur Ausweitung des Trinkbrunnenangebotes geht auf einen Beschluss des Kinder- und Jugendparlaments Tempelhof-Schöneberg zurück.
„Kostenloses Trinkwasser ist an heißen Tagen kein Luxus, sondern ein wichtiger Teil des Gesundheitsschutzes. Der Standort an der Carl-Zuckmayer-Brücke ist ideal: Hier sind täglich viele Familien, Kinder, ältere Menschen, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Fahrgäste der U4 unterwegs“, erklärt Annette Hertlein, Bezirksverordnete aus Schöneberg. „Der Trinkbrunnen wäre zudem erreichbar, ohne dass eine Straße überquert werden muss – ein wichtiger Sicherheitsaspekt, insbesondere für Kinder.“
Der Vorstoß gewinnt zusätzlich an Dringlichkeit, da der Mangel kostenloser Wasserspender weitreichende Folgen haben kann. Wer unterwegs kein Geld für Getränke ausgeben kann, verliert eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich vor Dehydrierung und gesundheitlichen Belastungen zu schützen. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen, Menschen mit geringem Einkommen und wohnungslose Menschen.
Dazu Marijke Höppner, Vorsitzende der SPD-Fraktion:
„Der Senat spart beim Hitzeschutz – und nimmt damit in Kauf, dass der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser in Berlin schlechter wird. Das ist angesichts immer heißerer Sommer die falsche Priorität. Trinkwasser im öffentlichen Raum darf nicht davon abhängen, ob jemand Geld für eine Flasche Wasser dabeihat. Hitzeschutz ist Daseinsvorsorge und keine freiwillige Zusatzleistung.“