Verzicht der DB auf Reaktivierung des Güter-Innenrings

Veröffentlicht am 02.09.2014 in Pressemitteilung

- City-Terminal Tempelhof vorläufig nicht realisierbar

- Fehlinvestition in neue Bahnbrücke / Schöneberger „Soda-Brücke“

 

Mit großem Interesse hat die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg zur Kenntnis genommen, dass die Deutsche Bahn AG vorläufig auf die Wieder-Inbetriebnahme des sogenannten Güter-Innenrings verzichtet. Dies geht aus einer Mitteilung zur Kenntnisnahme des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg hervor, die den Verordneten nun übermittelt wurde:

 

http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/bvv-online/___tmp/tmp/450810361062982780/1062982780/00023926/26-Anlagen/02/1206_XVIIIu0682_XVIII-MzK_Drucks.pdf

 

Die Inbetriebnahme des Innenrings war höchst umstritten: Befürchtet wurde die Abwicklung von Güter-Fernverkehr durch die Berliner Innenstadt entlang dem südwestlichen S-Bahn-Ring zwischen Westkreuz und Neukölln. Besonders betroffen gewesen wären die Wohnlagen an der Ringbahn in Wilmersdorf, Friedenau und Tempelhof. Lärmschutzmaßnahmen wurden von der DB abgelehnt weil es formal um eine Wieder-Inbetriebnahme gegangen wäre.

 

Zugleich rückt damit aber die von der bezirklichen Politik dringend gewünschte Reaktivierung des ehemaligen Güterbahnhofs Tempelhof als sogenanntes City-Logistik-Terminal in weite Ferne. Das Logistikzentrum sollte über den Innenring an die Bahn angebunden werden, modellhaft die Innenstadt-nahe Anlieferung von Gütern auf dem Schienenweg ermöglichen und die Magistralen von LKW-Verkehr entlasten.

 

Christoph Götz, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg: "Wir sehen die Entscheidung der DB mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Güterverkehr wäre eine schwere Belastung für den Bezirk gewesen. Das Logistikzentrum hätte aber zukunftsweisend sein können. Allerdings war es ohnehin nicht greifbar weil das Grundstück mittlerweile an einen Eigentümer veräußert wurde, der kein Interesse an dem Terminal hat und dort kleingewerbliche Nutzungen realisiert, z.B. Gebrauchtwagenhandel."

 

Als skandalös sieht die SPD-Fraktion aber die bereits erfolgte Erneuerung einer großen Bahnbrücke am S-Bahnhof Schöneberg an, die Teil des Innenrings geworden wäre und nun völlig nutzlos bleibt. Götz: "Die Bahn steckt beim Thema Innenring offenbar in einem Planungschaos. Die nagelneue Brücke ist völlig sinnlos, also eine weitere sogenannte „Soda-Brücke“, weil sie einfach nur so da steht. Hier wurde viel Geld verschleudert. Diese Mittel hätten in dringende andere Infrastrukturmaßnahmen fließen können, die den Fahrgästen zu Gute kommen.“