Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, ein Konzept zu erarbeiten, wie die sehr reiche Geschichte der ehemaligen Lichtspielhäuser (Kinos) im Ortsteil Tempelhof, insbesondere entlang des Tempelhofer Damms, dauerhaft sichtbar gemacht werden kann.
Dabei ist insbesondere zu prüfen,
· ob und wie durch Hinweise z. B. an Laternenmasten oder Gebäuden, auf die Standorte ehemaliger Kinos aufmerksam gemacht werden kann,
· welche historischen Informationen (Name, Betriebszeitraum, kulturelle Bedeutung, weitere Einrichtungen wie bekannte Kino-Cafés und Restaurants) hierfür geeignet sind.
Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht zu prüfen, ob und in welcher Form es sich bei privaten oder gemeinnützigen Kinobetreiber*innen für die Einrichtung eines temporären Freiluftkinos im Ortsteil Tempelhof, beispielsweise auf dem Vorplatz des Rathauses Tempelhof, einsetzen kann. Hierbei sind insbesondere Gespräche mit in Berlin tätigen Kinounternehmen und Freiluftkino-Betreibern zu führen.
Der Bezirksverordnetenversammlung ist bis Juni 2026 zu berichten.
Begründung: Der Ortsteil Tempelhof verfügt über eine heute weitgehend vergessene, aber außerordentlich vielfältige Kinogeschichte. Entlang des Tempelhofer Damms und in dessen unmittelbarer Umgebung befanden sich über Jahrzehnte hinweg Lichtspielhäuser, die wichtige Orte der Alltagskultur, der Begegnung und des gesellschaftlichen Lebens waren. Davon ist heute nicht nur nichts mehr zu sehen. Es gibt in Tempelhof trotz dieser Geschichte keine dauerhaft operierenden Kinos mehr.
Mit dem Strukturwandel der Kinolandschaft sind diese Orte nahezu vollständig aus dem Stadtbild verschwunden; Hinweise auf ihre Existenz finden sich heute kaum noch. Eine sichtbare Kennzeichnung der ehemaligen Standorte würde einen wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur leisten, die Identifikation mit dem Stadtteil stärken und die Geschichte Tempelhofs auch für jüngere Generationen erfahrbar machen.
Gleichzeitig verfügt Tempelhof – trotz seiner zentralen Lage – über vergleichsweise wenige niedrigschwellige kulturelle Angebote im öffentlichen Raum. Temporäre Freiluftkinos erfreuen sich berlinweit großer Beliebtheit und erreichen ein breites, generationenübergreifendes Publikum. Der Vorplatz des Rathauses Tempelhof bietet hierfür gute räumliche Voraussetzungen und könnte in den Sommermonaten als kultureller Treffpunkt belebt werden.
Eine Kooperation mit erfahrenen Berliner Kinobetreiber*innen oder Freiluftkino-Initiativen bietet die Chance, ein solches Projekt professionell, wirtschaftlich tragfähig und mit lokaler Verankerung umzusetzen. Ein Freiluftkino würde zugleich einen zeitgemäßen Bezug zur historischen Kinotradition Tempelhofs herstellen und den Stadtteil kulturell aufwerten.
Unvollständige Liste ehemaliger Kinos in Tempelhof/entlang des Tempelhofer Damms:
- Berliner Theater, Tempelhofer Damm 130
- Dorfeck Kurfürst – Lichtspiele, Alt-Tempelhof 17-19
- Korso, Tempelhofer Damm 2
- TeFi Filmtheater, Alt-Tempelhof 59
- Tivoli, Tempelhofer Damm 226
- Union, Tempelhofer Damm 48
Berlin, den 12. Januar 2025
Marijke Höppner
Kubilay Yalçın
Corinna Volkmann
Die Fraktion der SPD
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2026-01-12
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