Kein Bordell im ehemaligen Wegert-Haus in der Potsdamer Straße

Veröffentlicht am 12.10.2007 in Informationen

Die SPD-Fraktion unterstützt die Initiative des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, die Einrichtung eines sogenannten Laufbordells in der Potsdamer Straße zu verhindern.

In den vergangenen Jahren wurden erheblich finanzielle Mittel aus dem Quartiersmanagementfonds aufgewendet, um den Kiez in und um die Potsdamer Straße zu stabilisieren und aufzuwerten. Bürgermeister Ekkehard Band hat, als dem für Wirtschaftsförderung zuständigen Dezernenten im Bezirk, den Medienstandort unterstützt und dazu beigetragen, Interesse bei der Medienbranche für eine Ansiedlung in der Potsdamer Straße zu wecken. Erfolgreich haben sich die Einzelhändler der Geschäftsstraße in der Interessengemeinschaft Potsdamer Straße zusammengeschlossen und betreiben ein gezieltes Geschäftsstraßenmanagement. Mit der Ansiedlung eines Laufbordells wären diese Bemühungen mit einem Schlag zunichte gemacht.

Besorgt äußerten sich Anwohner/innen und Gewerbebetreibende am 11.Oktober 2007 auf einer öffentlichen Versammlung auf Einladung des Bezirksamtes im PallasT zur aktuellen Entwicklung im ihrem Kiez.
Auf der Versammlung wurde deutlich, dass die im letzten halben Jahr aggressiver werdende Straßenprostitution als zunehmend belastend empfunden wird. Einige Anwohner erhofften sich durch die Etablierung eines großen Bordellbetriebes eine Verbesserung der Situation auf der Straße. Dem widersprach die Vertreterin des Bundesverbandes für sexuelle Dienstleistungen, Frau Klee, die bei der Versammlung anwesend war. Sie betonte, dass die Frauen, die auf dem Straßenstrich arbeiten, dort auch bleiben werden, wenn ein Bordell zur Verfügung steht, da es sich um eine andere Form der Prostitution handle.

Das Bezirksamt erklärte auf der Versammlung geschlossen, die Einrichtung des Laufbordells verhindern zu wollen. Dabei wird die zuständige Abteilung alle rechtlichen Mittel des Planungs- und Bauordnungsrechts ausschöpfen. Um eine Versagung der Baugenehmigung zu erteilen, gibt es im gesetzlichen Rahmen die Möglichkeit, eine an sich zulässige Nutzung zu verbieten, wenn von ihr erhebliche Störungen ausgehen. Dies ist bei dem vorliegenden Bauantrag nach unserer Auffassung augenscheinlich der Fall. Das beantragte Laufbordell würde die sozialen Spannungen rund um die Potsdamer Straße verschärfen, somit gehen von dieser Nutzung beträchtliche Störungen aus.

Zum Abschluss der Versammlung kündigte Ekkehard Band die Einrichtung einer Arbeitsgruppe an, die aus allen Mitgliedern des Bezirksamts, Vertretern/innen von Hydra, dem Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen und der Polizei bestehen soll. Mit Freude nahmen die Bezirksamtsmitglieder die 1700 weiteren Protestunterschriften von Anwohnern/innen gegen die Etablierung des Laufbordells entgegen. „Je mehr Unterschriften und Protestbriefe das Bezirksamt erhält, umso wahrscheinlicher wird es, dass das Bezirksamt mit einer Verhinderungsstrategie erfolgreich sein wird“ - mit dieser Äußerung schloss die Stadträtin, Angelika Schöttler für Jugend, Familie, Sport und Quartiersmanagement die Versammlung.

 
 

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