Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, an folgenden Orten in Lichtenrade, an denen sich folgende ehemalige Zwangsarbeiterlager befanden, jeweils eine Erinnerungstafel aufzustellen
· Gemeinschaftslager der Deutschen Reichsbahn (Barnetstraße 30-34, früher Marienfelder Straße)
· Ausländerlager der Deutschen Reichspost/Reichspostdirektion Berlin (Steinstraße 46-51-östl. Mälzerei und südl. Gerstnerweg)
Das Bezirksamt wird des Weiteren ersucht, im Vorwege Informationen über die Geschichte dieser beiden Zwangsarbeitslager zu sammeln. Die Ergebnisse der Recherche sollen auf den jeweiligen Gedenktafeln in Form eines Textes und, wenn möglich, mit Bildern dokumentiert werden.
Der BVV ist bis Dezember 2024 zu berichten.
Begründung:
Das Aufstellen von Erinnerungstafeln an den ehemaligen Zwangsarbeiterlagern in Lichtenrade, insbesondere am Gemeinschaftslager der Deutschen Reichsbahn und am Ausländerlager der Deutschen Reichspost, sind von großer Bedeutung, um das historische Bewusstsein und die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime zu stärken.
Diese Lager waren Orte der Unmenschlichkeit und der Ausbeutung. Die Aufstellung der Tafeln würde dazu beitragen, die lokale Geschichte sichtbarer zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu fördern. Gleichzeitig wäre sie ein Zeichen der Verantwortung, die die heutige Gesellschaft trägt, um Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen.
Die Zwangsarbeit war ein wesentlicher Bestandteil der NS-Kriegswirtschaft und betraf Millionen von Menschen, die unter extremen Bedingungen litten und starben. Viele der Betroffenen wurden aus ganz Europa verschleppt und in Lager wie jene in Lichtenrade gepfercht.
Diese Orte dürfen nicht in Vergessenheit geraten, da sie an die systematische Unterdrückung und das Leid erinnern, das in der unmittelbaren Nachbarschaft geschah. Die Erinnerungstafeln würden nicht nur ein Mahnmal gegen das Vergessen, sondern auch ein Aufruf zur Wachsamkeit gegenüber jeglicher Form von Diskriminierung und Gewalt darstellen.
Berlin, den 09.09.2024
Fraktion GRÜNE
Frau Losert, Ronja
Herr von Boxberg, Bertram
Frau Zander-Rade, Martina
Fraktion SPD
Frau Höppner, Marijke
Frau Volkmann, Corinna
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| Marijke Höppner | Corinna Volkmann (Mail) |
2024-09-10
Beigetreten
2024-09-17
Überwiesen (Weiterbildung & Kultur)
2024-11-20
Beschlussempfehlung (Weiterbildung & Kultur)
2025-02-05
MZK (Tobias Dollase)
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