Ehrung für den Verleger Kurt Kornfeld in Tempelhof initiiere

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, in Ergänzung zu den bereits durch den „Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.“ (DPMU) vorgenommenen Re-cherchen eigene Nachforschungen über das Leben des Verlegers Kurt Kornfeld in Tempelhof anzustrengen und aus den Ergebnissen ein geeignetes Format für ein Gedenken an Kurt Kornfeld zu entwickeln.

Das Bezirksamt wird ferner gebeten, unter Einbeziehung des DPMU e.V. über die Biografie Kornfelds hinaus gehende Informationen zu dem von ihm geleiteten Thieme-Verlag und die in den USA gegründete „Black Star“-Fotoagentur zusammenzutragen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ziel ist es, neben einem Gedenken an die Person Kurt Kornfeld auch die kulturpolitische Be-deutung und die pressehistorische Relevanz seines Wirkens in Tempelhof erfahrbar zu ma-chen.

Begründung:
Der jüdische Verleger Kurt Kornfeld lebte bis zu seiner Emigration in die USA im Jahre 1935 in der Dorfstraße 32 (heute: Alt-Tempelhof). Sein Vater leitete den Carl-Duncker-Verlag in Leipzig, Kornfeld selbst den Thieme-Verlag, der noch heute existiert.

Nach seiner Emigration baute Kornfeld gemeinsam mit Kurt Szafranski und Ernest Mayer in New York City die berühmte und wirkmächtige Fotoagentur „Black Star“ auf, die bis in die 1960er Jahre hinein Anlaufstelle renommierter Fotografen aus aller Welt und Vorbild für fol-gende Fotoagenturen (z.B. die Agentur „Magnum“) war. Das „Black Star“ - Archiv wurde im Jahre 2005 an die Ryerson University in Toronto verkauft.

Als Ansatzpunkt für die Recherchen des Bezirksamts kann der bereits bestehende Kontakt des DPMU e.V. zu Phoebe Kornfeld, der Enkelin von Kurt Kornfeld, dienen. Aus dem Nachlass ihres Großvaters im Wohnhaus in der Dorfstraße 32 konnte Phoebe Kornfeld auch das Gästebuch der Familie sichern, in dem sich zahlreiche Einträge bekannter Persönlichkeiten der Weimarer Republik, z.B. ein Eintrag von Kurt Tucholsky, befinden.

Das Wirken und der Nachlass Kurt Kornfelds stellen einen wichtigen Beitrag der kulturpoliti-schen Historie unseres Bezirks dar und ergänzen die bereits aufbereiteten Informationen des DPMU e.V. zur Presse- und Verlagsgeschichte in Tempelhof.

Zur Würdigung der Person Kurt Kornfeld könnte in Rücksprache mit dem heutigen Eigentümer und unter Einbeziehung von Phoebe Kornfeld sowie der jetzigen Anwohnerinnen und Anwohner die Anbringung einer Gedenktafel am ehem. Wohnhaus in Alt-Tempelhof 32 initiiert werden.

Berlin, den 14. Oktober 2013
Jan Rauchfuß

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