SPD fordert: Bahnhof Tempelhof soll Baudenkmal werden

Veröffentlicht am 13.06.2016 in Pressemitteilung

 

Mit einem Antrag zur BVV am 15. Juni fordert die SPD-Fraktion das Bezirksamt auf, zu prüfen, ob der S- und U-Bahnhof Tempelhof den Kriterien zur Ausweisung als Bau-denkmal entspricht und – soweit dies gegeben ist – eine Unterschutzstellung beim Landesdenkmalamt vorzuschlagen. Dabei soll auch das brückenartig über die Bahngleise ragende Stellwerk einbezogen werden.

 

Am Bahnhof Tempelhof wurden Ende der 1920er-Jahre die Netze der Berliner S-Bahn und der U-Bahn erstmals über ein gemeinsames Zugangsbauwerk großzügig miteinander verknüpft. Der Bahnhof galt daher als Sensation und ist bis heute ein überzeugendes Dokument seiner Zeit. Der U-Bahnhof wurde vom Berliner U-Bahn-Architekten Alfred Grenander gestaltet. Auch ist das zugehörige brückenartige Stellwerk am S-Bahnsteig im Bereich der Ringbahn stadtbildprägend.

 

Christoph Götz, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg: „Durch die Digitalisierung und Zentralisierung der Betriebstechnik der S-Bahn wird das markante Bauwerk in absehbarer Zeit betrieblich überflüssig und könnte daher vom Abriss bedroht sein. Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass nicht noch weiteres baukulturelles Erbe dem verloren geht. Schmerzhaft in Erinnerung ist uns der Abbruch der großen S-Bahn-Betriebswerkstatt des bekannten Architekten Richard Brademann vor wenigen Jahren. Die Fläche liegt noch heute brach, obwohl dort eine sogenannte „Zugbildungsanlage“ errichtet werden sollte.“

 

Abzuwarten bleibt nun, ob der Antrag Unterstützung durch die anderen Fraktionen findet.