Goldenes Handwerk

Veröffentlicht am 08.01.2013 in Bezirk

Michael Janowski, Foto: Eva Liebchen

Seit Mai dieses Jahres betreibt Michael Janowski seine Werkstatt und sein Geschäft in der Wielandstraße 23, ganz nah am S-Bahnhof Friedenau.

Von Eva Liebchen

Vergolder – darunter kann man sich ja noch etwas vorstellen. Aber was ist ein Fassmaler? Das wird Michael Janowski oft gefragt, und er gibt gern Auskunft. „Fassmaler verschönern Weinfässer“ scherzen manche. Falsch! Vergolder und Fassmaler üben ein uraltes Kunsthandwerk aus. Sie imitieren z.B. malerisch Marmorierungen, Holzstrukturen und fassen die Gesichter und Gewänder geschnitzter Heiligenfiguren und Altäre in Kirchen. Sie geben ihnen eine neue Fassung!

Es ist ein Beruf, dem eine handwerkliche dreijährige Lehre vorangeht. Zu der hat sich Michael Janowski erst im Alter von 28 Jahren entschlossen. Denn weder seine Eltern noch seine Lehrer haben seine handwerklich-künstlerische Begabung erkannt. „Michael ist sehr eigenwillig“ war das Urteil im Kunstunterricht. Das Ergebnis: Er hielt sich nach der Schule mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten über Wasser, zog eine Zeit sogar mit dem Wohnwagen von Kirmes zu Kirmes und verkaufte gebrannte Mandeln.

Auslöser für eine Veränderung war sein Entschluss zu malen. Und als er bemerkte, dass billige Industrierahmen für seine Bilder nicht sein Ding waren, er aber selbst mit seinen Eigenbauten auch unzufrieden war, fing er an, sich für den Bau und die Restaurierung von Bilderrahmen zu interessieren. Kurz entschlossen zog der gebürtige Kieler 1996 nach Berlin („Da wollte ich schon immer hin.“) und begann nach mühsamer Lehrstellensuche seine Ausbildung. Die Berufsschule war in München, den Feinschliff holte er sich in Venedig, der Wiege der Kunst der Fassmalerei. Acht Jahre war seine Neuköllner Wohnung auch seine Werkstatt. Jetzt, nach kurzer Zeit in Friedenau, fühlt er sich hier sehr wohl und hofft, dass sich genügend Kundschaft findet, die seine Dienste in Anspruch nimmt.

Er vermutet, dass viele Menschen sich scheuen, in seinen Laden zu kommen, weil sie glauben, dass die Restaurierung alter Bilderrahmen sehr teuer sei. Aber es ist preiswerter als die Arbeit in einer Autowerkstatt! Er findet, „ein schöner Rahmen ist wie ein guter Anzug“, und die neuen Rahmen, die er aus einer kleinen aber sehr feinen Auswahl an Mustern auch fertigt, behalten ihren Wert – im Gegensatz zu Fabrikware – „und sind heute die Antiquitäten von morgen“.

Michael Janowski freut sich über jeden, der in seinen Laden kommt und neugierig guckt und fragt. Und manch einer entschließt sich vielleicht danach, einen Bilderahmen oder ein kleines für ihn kostbares Möbelstück in seine Hände zu geben, um ein wertvolles Einzelstück aufgefrischt zurückzuerhalten.

Oder Sie besuchen den Vergolder und Fassmaler zunächst online.

 
 

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