Dezentrales Altglassammelsystem im Bezirk erhalten

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, sich gegenüber den zuständigen Senatsdienststellen aber auch gegenüber dem Dualen System Deutschland (DSD) für eine Beibehaltung des dezentralen Altglassammelsystems durch Glastonnen in den Höfen und Wohnanlagen zu verwenden.

Das Bezirksamt möge ferner bis auf weiteres zusätzlich beantragte Standorte für das Aufstellen von Wertstoffsammelbehältern für Altglas (Glas-Iglus) auf öffentlichem Straßenland restriktiv im Hinblick auf städtebauliche Aspekte, Gesichtspunkte des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sowie der Verkehrssicherheit prüfen.

Einer solchen Überprüfung sollen bis zum Juni 2015 alle bestehenden Standorte ebenfalls unterzogen werden.

Begründung:

In den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg wurden durch die Fa. DSD die Altglastonnen aus den Höfen und Wohnanlagen entfernt. Stattdessen sollen die Verbraucher, die im Übrigen für das Entsorgungssystem zahlen, ihr Altglas in Glasiglus an zentralen Standorten entsorgen.

Dies dient erkennbar nur dem Zweck, die Kosten für das DSD zu verringern, da dieses seine Sammelquote auch ohne die dezentrale Entsorgung bereits erfüllt hat.

Es lässt sich diskutieren, ob ein umfassendes Pfandsystem oder die Sortierung beim Verbraucher in dafür vorgesehenen technischen Anlagen der richtige Weg zum Umgang mit Altglas ist. In den Grenzen des bestehenden Recyclingsystems steht jedoch, dass ohne die dezentrale Sammlung ein erheblich höherer Glasanteil im Hausmüll landen wird, ganz gleich ob das nächste Iglu 300 oder 400 Meter entfernt ist. Dies führt aufgrund des höheren Mischmüllvolumens zu erhöhten Betriebskosten.

Die Erfahrung des Bezirks mit den Iglu-Standorten ist, dass diese zum Anziehungspunkt für Müll aller Art werden und es im Umfeld zu Verschmutzungen und Geruchsbelästigungen kommt. Darüber hinaus sind die Iglu-Standorte ästhetisch und städtebaulich in manchen Stadträumen unangemessen.

 

Berlin, den 10.02.2014

Axel Seltz

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