Gedenktafel für Luise Kautsky in Friedenau

Veröffentlicht am 12.05.2011 in Pressemitteilung
Gudrun Blankenburg

Der Ausschuss für Bildung und Kultur der BVV Tempelhof-Schöneberg hat in seiner 47. Sitzung am 05.05.2011 einstimmig dem Antrag der SPD-Fraktion auf Schaffung einer Gedenktafel zu Ehren von Luise Kautsky an ihrem Friedenauer Wohnhaus Saarstraße 14 zugestimmt. Zusammen mit den Hauseigentümern soll eine geeignete Erinnerungsform gefunden werden.

Luise Kautsky (1864 Wien – 1944 KZ Auschwitz-Birkenau) war als Ehefrau von Karl Kautsky seine politische Weggefährtin und unentbehrliche Stütze. Sie hat durch eigenständige Übersetzungen sozialistischer Texte aus dem Englischen und Französischen maßgebend zur internationalen Verständigung der Arbeiterbewegung beigetragen. Als Freundin von Rosa Luxemburg war sie deren erste Biografin. Als Jüdin wurde sie mit 80 Jahren nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Auf dem Krankenlager antwortete sie, dem Tode nahe, dem KZ-Arzt Mengele auf seine Frage, ob sie des Kommunisten Frau sein: „ Ich bin des Sozialisten Frau“.

Luise Kautsky war seit 1890 mit Karl Kautsky verheiratet. Allein in Friedenau hatte das Ehepaar mit ihren drei Söhnen vier Wohnadressen. Von 1900 bis 1902 wohnten sie in dem heute denkmalgeschützten Haus Saarstraße 14. Das Haus wurde zum Treffpunkt der frühen Sozialdemokratie. Die drei Söhne gingen in Friedenau zur Schule.

Veranlasst durch die Bezirksverordnetenversammlung Schöneberg trägt das Haus Saarstraße 14 seit 1980 eine Gedenktafel für Karl Kautsky. Der Bundesverband Die Falken hat das Haus am 12. März 2011 als Bundesgeschäftsstelle Die Falken eröffnet. Im Mittelpunkt soll eine Bibliothek und eine öffentlich zugängliche Ausstellung stehen, deren Aktivitäten von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt werden. Das Haus trägt heute den Namen „Luise und Karl Kautsky Haus“.

Gudrun Blankenburg

Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultur und im Schulausschuss