Antrag zur BVV Feb21 Antrag 3

Antrag

der Fraktion der SPD

zur Herbeiführung eines Ersuchens

gem. § 12 Abs. 1 Satz 2 BezVG

 

Betreff: Frauen haben Vorrang: Park am Innsbrucker Platz nach Erna Proskauer benennen

 

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

BVV ersucht das Bezirksamt die Grünfläche südlich der S-Bahn Innsbrucker Platz im Dreieck zwischen Hauptstraße, A100 und Rubensstraße nach der Juristin und Wäscherin Erna Proskauer zu benennen.

Der BVV ist bis Mai 2021 zu berichten.

 

Vorstellung von Erna Proskauer auf der Internetseite des Bezirksamtes:

https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/ueber-denbezirk/gedenken/artikel.522915.php#proskauer

Erna Proskauer:

  • 1903 bis 2001, Juristin

Bezirksbezug:

lebte in Schöneberg in der Bundesallee

Bedeutung der Person über den Bezirk hinaus:

Abschluss des Jurastudiums als eine der ersten Frauen Deutschlands; wurde nach Erlassung des “Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” als Jüdin aus dem vorbereitenden Justizdienst 1933 entlassen; nach Berufsverbot für den Ehemann Max Proskauer gemeinsame Emigration über Paris nach Palästina; 1953 Rückkehr nach Berlin; Beginn eines jahrelangen Rechtsstreits um Wiederaufnahme in den Justizdienst; Ablehnung ihres Antrags mit dem Hinweis, dass sie nicht als Jüdin, sondern „in erster Linie als verheiratete Frau“ aus dem Justizdienst scheiden musste; wird daraufhin juristische Beraterin für Entschädigungsanträge; nach dem Tod ihres Mannes 1968 übernimmt sie seine Kanzlei

Auszeichnungen und Ehrungen:

1995 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für ihre “Verdienste um die Berliner Justiz”.

Quellen:

Proskauer, Erna, Wege und Umwege. Erinnerung einer Rechtsanwältin, Berlin 1989; Album in der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“; Rowekamp, Marion, Erna Proskauer, 1903 bis 2001, auf der Internetseite des Jewish Women’s Archive; Emmerich, Marlies, Erna Proskauer mit 65 Jahren Anwältin geworden, auf der Internetseite der Berliner Zeitung.

Berlin, den 08. Februar 2021

Marijke Höppner                                                            Martina Sommerfeld

und die weiteren Mitglieder der

Fraktion der SPD