Antrag zur 7. BVV XXI - Antrag 11

ANTRAG
der Fraktion der SPD
in der BVV Tempelhof-Schöneberg

Park an der Gleditschstraße nach Ursula Mamlok benennen

Die BVV ersucht das Bezirksamt, den Park an der Gleditschstraße  (eingezäunter Bereich mit Spielplatz - siehe auch Skizze) nach der Komponistin Ursula Mamlok  (1. Februar 1923 – 4. Mai 2016) in „Ursula-Mamlok-Park“ zu benennen.

Der BVV ist bis September 2022 zu berichten

Begründung:

Die Komponistin Ursula Mamlok war eine der führenden Vertreterinnen der US-Avantgarde-musik.

1923 in Berlin als Ursula Levy geboren, verbringt sie ihre ersten Lebensjahre in der Motzstraße 29. Sie besucht das Fürstin-Bismarck-Lyzeums und erhält bereits in jungen Jahren Kompositionsunterricht bei Gustav Ernest. 1939 muss sie, wie alle jüdischen Kinder, die Schule verlassen. Ein Jahr später gelingt ihr mit ihrer Familie die Flucht aus Nazi-Deutschland ins ecuadorianische Exil nach Guayaquil.

Mit 17 Jahren erhält sie ein Stipendium der Mannes School of Music und siedelt allein, ohne ihre Familie, nach New York. 1947 heiratet sie Lewy Dwight Mamlok und geht mit ihm nach San Franzisco. Im gleichen Jahr wird eines ihrer Werke in der berühmten „Town Hall“ aufgeführt und findet Erwähnung in der „New York Times“. 

40 Jahre unterreichtet Ursula Mamlok Komposion an der Manhattan School of Music, sowie an der New York University und der Temple University. Zu ihren bekanntesten Schüler*innen zählt die Komponistin und Dirigentin Tania León. Für ihr Werk erhält sie zahlreiche Auszeichnungen.

Nach dem Tod ihres Mannes  kehrt sie 2006 nach Berlin zurück. „Es ist eine Rückkehr in die Geburtsstadt und nicht in die ‚Heimat“ sagt sie dazu.

2013 erhält sie Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. 2014 dreht die Filmemacherin Anne Berrini den 80 minütigen Kino-Dokumentarfilm „Ursula Mamlok Movements“  über ihr Leben und ihr Werk.

2016 stirbt Ursula Mamlok und wird auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt. 

Ihre Biographie ist Teil der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ .

Ursula Mamloks Biographie steht für eine Generation jüdischer Kinder und Jugendlicher, für die der Rassenwahn der Nazis keinen Platz in Deutschland ließ. Es ist die Biographie einer starken Frau, die ihren Lebenstraum, Komponistin zu werden, mutig verfolgte und dafür mit 17 in das ihr vollkommen fremde New York ging. Sie erfüllte sich ihren Traum und wurde zu einer der wichtigsten US amerikanischen Komponistinnen. Am Ende ihres Lebens kehrte sie in ihre Geburtsstadt zurück

Der Park an der Gleditschstraße ist ein geeigneter und würdiger Ort, um an diese bedeutende Frauenpersönlichkeit zu erinnern, er befindet sich unweit des Ortes, an dem sie ihre ersten Lebensjahre verbracht hat.

Ihr 100. Geburtstag am 1. Februar 2023 wäre ein geeigneter Zeitpunkt für eine solche Benennung



Berlin, den 28. März 2022
Marijke Höppner Manuela Harling (Mail)Corinna Volkmann (Mail)

und die weiteren Mitglieder der
Fraktion der SPD