Antrag zur 42.BVV/XX Antrag 3

Antrag

der Fraktion der SPD

zur Herbeiführung eines Ersuchens

gem. § 12 Abs. 1 Satz 2 BezVG

 

Betreff: Geschichte des Gebäudes Badensche Str. 50/51 bekannt(er) machen

 

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die BVV ersucht das Bezirksamt, die Geschichte des Gebäudes Badensche Str. 50/51 im Bezirk bekannt(er) zu machen.

Dazu sollte die Gedenkstele im Foyer des Hauses B der Hochschule für Wirtschaft und Recht in die Übersicht des Gedenkens auf der Webseite des Bezirks aufgenommen werden.

Außerdem soll die Gedenktafelkommission Ideen für ein weiteres Sichtbarmachen der Geschichte des Gebäudes entwickeln.

Es soll vor allem die Vergangenheit des Gebäudes als Sitz der Abteilung Kriegsgefangenenwesen des Oberkommandos der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges dargestellt werden. Denn hier wurde das Schicksal von Millionen Kriegsgefangener maßgeblich beeinflusst.

 

Begründung:

Das heutige Haus B auf dem Campus Schöneberg der HWR Berlin wurde 1939 erbaut. Ab 1940 bis Kriegsende war hier die Abteilung Kriegsgefangenenwesen des Oberkommandos der Wehrmacht untergebracht. Diese gab für viele Bereiche des Kriegsgefangenenwesens Anweisungen heraus, die sowohl die Organisation als auch das Leben von Millionen Kriegsgefangener maßgeblich beeinflussten.

Durch die vielfach rassenideologisch getriebene völkerrechtswidrige Behandlung der Kriegsgefangenen starben Millionen in deutscher Gefangenschaft an Hunger, Gewalt und Entbehrungen. Von den etwa acht Millionen Kriegsgefangenen unterschiedlichster Nationen, stellt die Gruppe der sowjetischen Kriegsgefangenen mit 3,3 Millionen Toten die größte Opfergruppe dar.

Die HWR arbeitet die Geschichte ihrer Gebäude auf und hat im letzten Jahr eine Gedenkstele im Foyer des Hauses B am Campus Schöneberg enthüllt und auch auf der eigenen Webseite die Geschichte dargestellt.

Der Bezirk kann dieses Engagement unterstützen und bekannter machen. Und das Gedenken noch mehr Menschen ermöglichen.

 

Berlin, den 8. Juni 2020

Marijke Höppner                                                                             Wiebke Neumann

und die weiteren Mitglieder der                                                       Martina Sommerfeld

Fraktion der SPD                                                                               Ingrid Kühnemann