Antrag zur 38.BVV/XX Antrag 8 (gemeinsam)

Fraktion der Grünen, Fraktion der SPD

2940 Kilometer von Berlin nach Santiago de Compostela -  Ausschilderung des Jakobswegs durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Die Bezirksversammlung ersucht das Bezirksamt, die Ausschilderung des Jakobswegs von der nördlichen Bezirksgrenze bei der S-Bahnstation Yorckstraße bis zur südlichen Bezirksgrenze zu Brandenburg am Jenbacher Weg zu erlauben und zu fördern.

Begründung:

Seit über 30 Jahren stärkt der Europarat den Zusammenhalt durch länderverbindende Kulturwege. Dieses Engagement für das gemeinsame Europa ist wichtiger denn je und wurde mit dem diesjährigen „Europapreis Karl V.“ ausgezeichnet.

Der allererste Kulturweg war am 23. Oktober 1987 der Jakobsweg. In vielen Städten in Deutschland, sei es in Frankfurt (Oder), Altenburg, Zwickau oder Nürnberg, wird dieser Weg mit Hinweisschildern ausgewiesen. Denn der Jakobsweg beginnt nicht an den Pyrenäen, sondern vor der eigenen Haustür. Der Weg durch Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Bayern ist zunehmend gekennzeichnet, jedoch noch nicht in Berlin. 

Der Jakobsweg entlang der alten Reichsstraße Via Imperii führt von Stettin über Berlin und Wittenberg nach Leipzig, wo er die Königsstraße Via Regia kreuzt. Auf den alten Handelswegen waren seit dem Mittelalter nachweislich Pilger auf ihrem Weg nach Süden mit Ziel Rom oder Jerusalem oder Richtung Westen mit Ziel Santiago de Compostela unterwegs.

Seit einigen Jahren pilgern wieder mehr Menschen. Die persönlichen Gründe hierfür sind vielfältig. Die alten Jakobswege werden erneut aufgesucht oder ihr Verlauf rekonstruiert. Oft sind es historisch nachgewiesene Straßen, nicht selten auch einfach landschaftlich schöne Routen, wenn die alten Wege verschwunden oder überbaut worden sind.

Innerhalb des Bezirks Tempelhof-Schöneberg führt der Pilgerweg an den Yorckbrücken vorbei zum S-Bahnhof Südkreuz, vorbei am S-Bahnhof Priesterweg, an der S-Bahn Attilastraße über den Teltowkanal zum Kamenzer Damm und dem Lichterfelderring nach Brandenburg. Dabei verläuft er, wo immer möglich, durch Grünflächen und an Ufern entlang. Mit Unterstützung der Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion hat der Verlag Dr. Barthel Kartenmaterial über den Wegverlauf herausgebracht.

Die Jakobusgesellschaft wird von erfahrenen Pilgern sowie der Europa-Universität Viadrina bei der Ausschilderung des Weges unterstützt. In Tempelhof-Schöneberg engagiert sich Jörg Steinert aus Berlin-Schöneberg für das Anliegen.

Die Finanzierung der Schilder zur Ausweisung der Pilgerwege soll durch Spenden und Förderung aufgebracht werden. Beispiele für entsprechende Schilder können auf der Internetseite jakobsweg.de eingesehen werden: https://www.jakobsweg.de/schilder/#2940_Kilometer_ab_Erfurt