„Unser Traum ist ein Kinder- und Jugendgesundheitszentrum“ - Zu Besuch im Josephinchen des St. Joseph-Klinikum

Veröffentlicht am 10.09.2013 in Bezirk

Schon fast am Ende unserer Führung durch das Josephinchen, das Kinderkrankenhaus des St. Joseph Klinikums sagt die Chefärztin Dr. Beatrix Schmidt: „Eigentlich wünschen sich mein Kollege Dr. Willner und ich ein Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in dem es keine festen Abteilungen mehr gibt, sondern die verschiedenen physischen und psychischen Belange der Kinder Abteilungsübergreifend behandelt werden können.“

Eine offene Kinder- und Jugendpsychiatrie

Unsere Führung durch das St. Joseph-Klinikum beginnt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Chefarzt Dr. Willner berichtet von den Päckchen mit denen die Kinder auf die Station kommen: Essstörungen sind sehr häufig vertreten, Vernachlässigung durch die Eltern und in vielen Fällen liegen in der Familie schon diagnostizierte oder nicht-diagnostizierte psychische Erkrankungen vor. Daher wird besonderen Wert darauf gelegt, dass ein ganzheitlicher Heilungsansatz verfolgt wird, der vorsieht auch die Eltern in den Heilungsprozess des Kindes einzubeziehen. In vielen Bereichen kooperiert das Josephinchen mit Jugendamt, denn die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist die einzige im Bezirk. Insgesamt hat die Klinik im Stationären und Teilstationären Bereich 50 Plätze. Viele Kinder werden auch im St. Joseph beschult. Stolz ist der Chefarzt darauf, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie eine offene Station ist. Kein Kind ist hier „eingesperrt“. Einschränkungen können speziell bei pubertierenden Jugendlichen kontraproduktiv sein.

Kranke Kinder kommen vor allem in den Monaten mit „r“

Für die körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird gegenüber gesorgt. In dem ehemaligen Schwesterngebäude befinden sich heute eine Säuglings- und Kleinkinderstation, eine Schulkinder- und Jugendlichenstation sowie eine Kinderintensivstation mit integrierter Neonatologie für Früh- und Neugeborene.
Als erste Kinderklinik weltweit wurde die Kinderklinik von der Weltgesundheitsorganisation und UNICEF als „babyfreundliches Krankenhaus“ zertifiziert. Entlang der schmalen Gänge können wir einen Blick in die Zimmer werfen. In Brutkästen liegt ein winziges Neugeborenes. Besonders ist hier, dass von Anfang auf Elternkontakt gesetzt wird. Sobald es möglich ist, können die Eltern in besonderen dafür vorgesehen Stühlen die Kinder auf den Arm nehmen, füttern und pflegen. Auch in der Kinder-Klinik wird das sogenannte Rooming-In praktiziert. So wird das Übernachten im Krankenbett durch Eltern, Angehörige und Geschwisterkinder genannt. Der Hintergrund liegt darin, dass Kinder Zuspruch und Geborgenheit benötigen, um schneller wieder gesund zu werden. Diese kann die Familie am besten bieten.

Sommertour „gesund-sozial-queer“

Der Besuch der Einrichtungen des Josephinchen im St. Joseph Krankenhaus fand am 14. August 2013 statt und ist Teil der SPD Sommertour „gesund- sozial- queer“, die organisiert wurde durch die SPD- Fraktion Tempelhof- Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits- , Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation. An diesem Termin nahmen teil Michael Müller (Senator), Mechthild Rawert (MdB), Hermann Zeller (Sprecher für Sozialpolitik in der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg), Janis Hantke (Sprecherin für Gesundheitspolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) und Marijke Höppner (Sprecherin für Frauenpolitik der SPD Fraktion Tempelhof- Schöneberg) sowie die Bürgerdeputierten Dr. Rainer Baack und Dr. Jörg Tänzer.