„Lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar machen“ – Wirtschaftsweiber

Veröffentlicht am 30.08.2012 in Frauen

Die Wirtschaftsweiber zu Gast in der SPD-Fraktion

Mit dem Ziel lesbische Frauen im Berufsleben sichtbar zu machen, strickt Wirtschaftsweiber e.V. branchenübergreifend ein Netzwerk für lesbische Fach- und Führungskräfte. 160 Frauen engagieren sich bei Wirtschaftsweiber e.V. bundesweit. In Berlin haben sich etwa 30 Frauen zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen.

Das Spektrum der Mitfrauen ist breit gefächert: Etwa hälftig sind Selbstständige und Angestellte in Berlin vertreten. Die regelmäßigen Treffen dienen der Vernetzung und dem Austausch. Das Thema ‚Vernetzung‘ wird auch international groß geschrieben. So werden Netze nach Österreich, Dänemark und in die Schweiz gesponnen.

Die Aktivitäten sind politisch motiviert. „Diversity wird in großen Unternehmen immer mehr zum Thema!“, berichtet Karin Windt, die Koordinatorin für die Regionalgruppe Berlin, und meint damit dass die Global Player auf interkulturelle und sexuelle Vielfalt setzen, um ihre Offenheit nach außen zu zeigen: „Dennoch stoßen lesbische Frauen auch an die gläserne Decke.“ Die ‚gläserne Decke‘ ist aus frauenpolitischen Diskursen bekannt. Sie bezeichnet die Hürden, die Frauen im Berufsleben in den Weg gestellt werden, wenn sie aufsteigen wollen. Auszeit für Kindererziehung ist zum Beispiel ein Grund. Lesbische Frauen können schon mal klischeehaft dargestellt werden, um ihre Kompetenzen abzuwerten. Selten wird diesen Diskriminierungen entgegen getreten. Auch deshalb setzt sich Wirtschaftsweiber für lesbische Frauen im Berufsleben ein. Natürlich ist dies mit dem Appell verbunden, dass nicht nur die Betroffenen selbst Ungerechtigkeiten aufzeigen sollten. Die gleiche Gesellschaft sei nur dann möglich, wenn alle Menschen sensibilisiert sind, Ungleichheiten aufzudecken und in konkreten Diskriminierungsfällen einzugreifen.