Jugendhilfe-Sommertour Friedenau am 27.08.12

Veröffentlicht am 19.10.2012 in Jugend

Als Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss besuchte ich im August die sieben Regionen der Jugendhilfe (Schöneberg Nord, Schöneberg Süd, Friedenau, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade), um mir einen besseren Eindruck des Sozialraumes und der Angebote und Bedürfnisse für Kinder und Jugendliche machen zu können. Die sechste Sommertour führte mich durch die Region Friedenau. Ich besuchte das Nachbarschaftsheim Schöneberg, den Kinderfreizeitreff Menzeldorf und die Burg, die Gemeinschaftsschule Schöneberg mit dem angegliederten Netzwerk sowie den Schwerpunktträger Hugo e.V.

Das Nachbarschaftsheim Schöneberg bietet diverse Angebote zur Unterstützung nachbarschaftlichen Engagements und zur familiären Unterstützung. Dabei hat das NBHS ein breit gefächertes Angebot in Kooperation mit vielen Partnern und Unterstützung des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg: Über Kindertagesstätten, Jugendfreizeiteinrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Jugendarbeit an Schulen und Schulsozialarbeit bis hin zu Kultur- und Sportangeboten, Ausflügen im Rahmen ambulante Familienpflege sowie Beratungs- und Selbsthilfeangebote.

Ein bisschen Natur bringt das Menzeldorf zurück nach Friedenau. In der Freizeiteinrichtung des Nachbarschaftsheims Schöneberg, welches indem Auftrage des Jugendamtes betrieben wird, finden Kinder zwischen Asphalt und Beton ein kleines Stück Natur. Im Garten befinden sich ein kleiner Teich mit Fisch, Frosch und Wasserfloh, ein Insektenhotel und geheime Gänge, von Pflanzen überwuchert. Etwas Besonderes ist der kleine Tierbauernhof. Statt in der engen Stadtwohnung können Kinder hier zu Kaninchen und Meerschweinchen eine Patenschaft übernehmen. Die Tiere werden regelmäßig gefüttert, gepflegt und gestreichelt. Wer sich nicht um ein Patentier kümmern kann, kann auch einfach so vorbeischauen, Hausarbeiten machen, auf dem Abenteuerspielplatz oder mit den Mini-Schweinen spielen.

Die erste Gemeinschaftsschule Schöneberg war Gastgeber für das Treffen mit dem Friedenauer Bildungsnetzwerk. Gemeinschaftsschule, umliegende Kindertagesstätten, Elternvertretende, Regionaler Sozialer Dienst (RSD), offene Ganztagsbetreuung und der Schülerclub Oase, Alle Akteure arbeiten regelmäßig im Netzwerk mit dem Ziel die Regeleinrichtungen vor Ort zu stärken. Initiiert durch das Jugendamt ist es das zentrale Anliegen der Gründung, den Übergang der Kita-Kinder in die erste Klasse unterstützen, um einen möglichst abbruchfreien Bildungsverlauf zu erzielen. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, wie Lehrer-Erzieher-Austausche von Kita zu Schule und andersherum. Kita-Kinder konnten den Schulalltag tageweise kennen lernen und vieles Mehr. Hinzu kamen Projekte zur Verbesserung der Eltern-Lehrer-Kommunikation. Unterstützt wurde das Netzwerk durch das NBHS, das im Rahmen des bezirklichen Demografieprojektes Mittel erhielt, um die Online-Darstellung der Schule zu verbessern. Mittlerweile hat das Netzwerk neue Ziele: Die Unterstützung der Kinder beim Übergang von Grund- zur Oberschule. Bemerkenswert ist weiterhin die 2010 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der 1. Gemeinschaftsschule, dem Jugendamt und allen anderen Akteuren. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Schule nicht entsprechen kann, die Handlungsfelder richten sich nach den Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler und Schülerinnen aus.

Hugo e.V. bietet ambulante Erziehungshilfen unter dem Dach der AWO. Sowohl in der Rubensstraße, als auch in der Hedwigstraße bietet Hugo verschiedene Angebote für Eltern und Kinder. Ein besonderes Projekt dient der Wiedergewinnung elterlicher Autorität. Eltern ziehen mit Lehrern und den umliegenden Einrichtungen gemeinsam an einem Strang. Darüber hinaus wird unter dem Dach der AWO ein Qualitätsdialog durchgeführt. Im Gespräch mit anderen Erziehungshelferinnen und –helfern wurden über einen längeren Zeitraum hindurch Verfahren für die Durchführung von Hilfen diskutiert und in einem Handbuch erfasst.

Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Die Burg befindet sich am Friedrich-Wilhelm-Platz. Wer die Burg erkunden möchte, benötigt einen Tag Zeit. Durch verwinkelte Gänge vorbei an alten Mosaiken und Figuren findet man hinter Zimmern weitere Zimmer und Gänge. Viele mit verschiedenen Zwecken wie der Töpfer-, der Sport-, der Bastelraum. Ein offenes Café bietet die Möglichkeit sich zu Treffen und auszutauschen. Die Drachenpost ist die hauseigene Zeitung. Events wie der Mittelaltermarkt sind liebevoll vorbereitet. In vielen der Räume besteht grundlegender Renovierungs- und Sanierungsbedarf.

Marijke Höppner