Bisher nur Stückwerk

Veröffentlicht am 25.03.2013 in Schule

Seit gut einem Jahr beschäftigt sich der Schulausschuss in Tempelhof-Schöneberg intensiv mit dem Schulentwicklungsplanung. Er ist das zentrale Instrument des Bezirkes zur Gestaltung eines ausgewogenen Schulnetzes, mit dem eine wohnortnahe Versorgung mit Schulplätzen sichergestellt und die inhaltliche Stärkung der Profile an den Schulen im Bezirk gestärkt werden soll.

Diese Ziele müssen durch eine Fortschreibung des Schulentwicklungsplanungs aus dem Jahr 2010 nun weiterverfolgt und konkretisiert werden. Bisher wurden der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) durch das Schulamt zwar verschiedene Unterlagen vorgelegt. Eine Zusammenfassung der einzelnen Teile sowie politische Schlussfolgerungen und konkrete Maßnahmenvorschläge durch die zuständige Stadträtin Jutta Kaddatz (CDU) sind allerdings ausgeblieben. Die Bezirksverordnetenversammlung hat deshalb in ihrer Sitzung am 20. Februar 2013 auf Antrag der SPD-Fraktion eine Konkretisierung und Verbesserung der bisherigen Vorlagen gefordert. Die vier Schwerpunkte
  • »Kurze Beine – kurze Wege«: Die Bevölkerungsentwicklung im Bezirk macht eine regelmäßige Anpassung der Einschulungsbereiche für die Grundschulen erforderlich. Einen ersten Vorschlag des Schulamts hat die rot-grüne Mehrheit in der BVV im September 2012 zurückgewiesen. Wir wollen kurze und verkehrssichere Schulwege und eine Integration von Grundschulstandorten in die umliegenden Kieze. Eine Neuvorlage des Schulamts soll ab Frühjahr im Schulausschuss beraten werden.
  • Die BVV hat noch in 2012 auf Antrag von SPD und Grünen einen Erhalt aller Grundschulstandorte im Bezirk beschlossen. Obwohl derzeit noch Überkapazitäten bestehen, sollen alle Grundschulen erhalten und in ihrer Arbeit unterstützt werden.
  • Die Oberschulen in Tempelhof-Schöneberg erfreuen sich hingegen großer Beliebtheit und sind stark nachgefragt. Die BVV hat deshalb im Februar die Neugründung einer Integrierten Sekundarschule am Berlinickeplatz beschlossen, um einer drohenden Unterversorgung mit Schulplätzen zuvor zu kommen.
  • Die pädagogische Profilbildung an den Oberschulen im Bezirk muss weiter gefördert werden. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde im Oktober 2012 u.a. der Erhalt des Angebots von Französisch als 1. Fremdsprache gesichert. Entsprechende Pläne des Schulamts zur Einschränkung dieses Angebots konnten dadurch abgewehrt werden.
  • Nicht alle Schulgebäude in Tempelhof-Schöneberg sind derzeit voll ausgelastet. Dort, wo noch Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, sollen schulnahe Nutzungen, etwa aus dem Bereich der Volkshochschule, der Musikschule, der Bibliotheken oder durch Sportvereine und freie Träger geprüft werden. Dies würde nicht nur die Kooperation der Schulen mit außerschulischen Angeboten erleichtern, sondern auch helfen, die hohen Kosten der Gebäudeunterhaltung für den Bezirkshaushalt besser zu refinanzieren. Auf Antrag der SPD-Fraktion ist das Schulamt nun aufgefordert, ein entsprechendes Auslastungskonzept vorzulegen und endlich eigene Vorschläge zu unterbreiten.
Eine klare Linie ist nötig Die Schulentwicklungsplanung ist ein komplizierter und andauernder Prozess zur Verbesserung des bezirklichen Schulnetzes. Die bisher aus dem Schulamt entwickelten Impulse sind nicht ausreichend, sie lassen eine klare Linie und auch die notwendige Fantasie vermissen. Es ist höchste Zeit, dass das Schulamt eine vollständige Vorlage zur Beratung vorgelegt. Die SPD wird dies auch weiterhin einfordern. JAN RAUCHFUß Schulepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg
 

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